OwnCloud – Die Cloud für zuhause

Ich benutze ja recht gerne Dropbox um meine wichtigen Daten (beispielsweise meine Masterarbeit) jederzeit griffbereit zu haben. Zudem ist es als zusätzliches Backup auch nicht schlecht, falls mal das Haus abbrennt oder alle eigenen Festplatten zeitgleich den Geist aufgeben. Viele haben jedoch Bedenken ihre Daten auf den Servern eines fremden Unternehmens zu speichern. Insbesondere, da die Server nicht in der EU, sondern in Amerika stehen. Ich umgehe diese Bedenken indem ich meine wirklich wichtigen Daten in einem TrueCrypt-Container speichere und diesen in der Box ablege. Allerdings ist dies nicht die komfortabelste Lösung. Eine weitere Schwäche ist, dass nur begrenzter Speicherplatz zur Verfügung steht und die Erweiterung doch relativ teuer ist. Zum Vergleich: Ich würde gerne alle meine Bilder (inkl. RAW-Dateien) irgendwo zentral speichern.

Vor einiger Zeit bin ich auf Owncloud gestoßen. Die Features klingen schon einmal sehr vielversprechend. Die für mich wichtigsten sind:

  • Server kann auf eigenem Server installiert werden (Windows und diverse Unix-Derivate. Unter anderem auch FreeBSD)
  • Zugriff über Webinterface
  • Clients für Windows, Linux, Mac OS, iOS und Android
  • SSL verschlüsselte Übertragung möglich
  • Synchronisation von Daten, Kontakten und Kalendern 
  • Nice to have ist auch, dass man eigene Dropbox und GDrive Accounts einbinden und über die Owncloud-Oberfläche darauf zugreifen kann.
Gestern habe ich Owncloud auf dem Homeserver mit FreeBSD installiert. Praktischerweise benötigt Owncloud nur einen Apache und eine SQLite- oder MySQL-Datenbank. Die Konfiguration des Apache geht auch sehr schnell von der Hand, so dass ich nach kurzer Zeit das Webinterface benutzen konnte. Ich habe es so eingerichtet, dass ich im LAN sowohl per http, als auch per https auf Owncloud zugreifen kann. Von außen habe ich den unverschlüsselten Zugriff einfach dadurch unterbunden, dass ich Port 80 nicht weiterleite.

Webinterface von Owncloud

Der nächste Schritt war die Konfiguration des Windows-Clients. Hier ging dann leider nicht mehr so viel. Unverschlüsselt funktionierte auch hier alles. Sobald ich jedoch die verschlüsselte Übertragung aktiviert habe, bekam ich auf meinem Laptop den Fehler, dass der gesuchte Ordner nicht existiert. Interessanterweise funktionierte jedoch die Synchronisation vom Server zum Client. Nur andersrum funktioniert sie nicht. Auf meinem Desktop stürzte der Windows-Client zuverlässig ab, sobald ich die verschlüsselte Verbindung aufbauen wollte. 2 Stunden Internetrecherche haben bisher leider zu keinem Ergebnis geführt. Nur, dass scheinbar auch andere dieses Problem haben. Ein weiteres Problem ist mir heute aufgefallen: Derzeit kann Owncloud noch nicht mit Proxies umgehen. Es wird aber schon daran gearbeitet.

Als nächstes habe ich die App für Android ausprobiert. Angenehmerweise funktioniert sie auf Anhieb und macht auch keine Probleme mit der SSL-Verschlüsselung. Die App ist derzeit noch recht simpel gehalten und kann nur Dateien synchronisieren. Dies umfasst auch den automatischen Upload von Photos, die mit dem Handy gemacht wurde. Was fehlt ist die Synchronisation auf WLAN zu beschränken. Unnötigen Datenverkehr kann man jedoch vermeiden indem man nur die Dateien automatisch synchronisiert, die man wirklich braucht. In der App nennt sich das “Aktuell halten” und kann für jede Datei einzeln eingestellt werden.

Mein vorläufiges Fazit: Der Ansatz von Owncloud ist wirklich interessant und ich kann mir gut vorstellen es bald auch produktiv zu nutzen. Bis dahin muss ich aber noch das Problem mit der Verschlüsselung im Windows-Client lösen und es muss ein Support für Proxy-Server eingebaut werden.